Sie befinden sich hier

04.06.2019 17:43

Falschmeldungen im Netz über 4-Wochen-Frist bei der BG

Im März 2019 erreichten uns viele Anfragen, in denen auf eine öffentlich umlaufende Information hingewiesen wurde, nach der Verordnungen der Berufsgenossenschaften nur 4 Wochen gültig seien und Rezepte demzufol­ge nach 4 Wochen abgebrochen werden müssten, um einen Vergütungsan­spruch zu sichern. Diese Aussage ist falsch. Rechnungskürzungen dürfen aus diesem Grund nicht vorgenommen werden. Dies wurde uns auch noch ein­mal von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) bestätigt.

Hintergrund: In der Handlungsanleitung an den Arzt heißt es, dass eine Verordnung längstens 4 Wochen umfasst. Danach habe eine Kontrollunter­suchung zu erfolgen. Dies ist richtig, richtet sich aber ausschließlich an den verordnenden Arzt. Diese Handlungsanleitung ist für die therapeutischen Leistungserbringer hingegen nicht bindend und es besteht für sie keine Prüfpflicht.
Für die Leistungserbringung ist die einzige Rechtsgrundlage die zwischen der DGUV und den Berufsverbänden geschlossene Vereinbarung. In dieser ist u. a. geregelt, dass alle Angaben auf der ärztlichen Verordnung eingehal­ten werden müssen, dies gilt auch für die verordnete Menge an Einheiten. Von einer Befristung der Verordnung auf vier Wochen oder einen ggf. erforderlichen Behandlungsabbruch bei Überschreitung ist hier jedoch keine Rede.
Mit der Behandlung ist unverzüglich zur beginnen, jedoch spätestens innerhalb von einer Woche nach Auftragserteilung. Die in der Verordnung enthaltenen Vorgaben, insbesondere der Beginn der Behandlung, Zeit­abstände, Dosierungen und Dauer, sind einzuhalten.

Kontextspalte